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Gottesdienste
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Mittwoch 20.00 Uhr

Gott kennen, erkennen und bekennen

03.05.2026

Bei der diesjährigen Konfirmation in Riehen und Basel stand das Textwort aus Matthäus 10,32 im Zentrum: Jesus spricht davon, sich zu ihm zu bekennen. Im Gottesdienst wurde deutlich, dass ein solches Bekenntnis nicht einfach auswendig gelernt wird, sondern durch persönliche Schritte wächst: Gott kennenlernen, sein Wirken erkennen und den Glauben im Alltag bekennen.

Im den Konfirmationsgottesdiensten in Riehen (26. April) und Basel (3. Mai)  stand ein starkes Wort im Zentrum: beKENNEN. Grundlage dafür war das Textwort aus Matthäus 10,32. Darin spricht Jesus davon, dass er sich vor seinem Vater im Himmel zu denen bekennen wird, die sich vor den Menschen zu ihm bekennen.

Doch was bedeutet es, den eigenen Glauben zu bekennen? Und welchen Gott und welchen Glauben bekennen wir eigentlich? Der Vorsteher von Basel zeigte auf, dass ein echtes Bekenntnis nicht einfach von selbst entsteht. Es wächst durch Erfahrungen, durch Fragen, durch Suchen und durch Momente, in denen Menschen spüren: Gott wirkt im eigenen Leben.

Dabei wurden mehrere Schritte sichtbar – und in allen steckte ein gemeinsames Wort: kennen.

Der erste Schritt besteht darin, Gott überhaupt eine Chance zu geben, sich zu zeigen. Es geht darum, zuzulassen, dass Gott seine Spuren in unserer Seele hinterlässt – fast so, als würde er ein göttliches Muster in uns eingravieren. Anschaulich wurde dies mit einer kleinen Alltagsszene: Der Basler Vorsteher erzählte, wie er einen Jugendlichen sagen hörte, dass er unbedingt ein Tattoo möchte. Ein anderer meinte, er könne ihm das günstig machen – für nur 50 Franken. Gottes Muster hingegen, so die Botschaft, kostet nichts. Es braucht aber Offenheit dafür, dass Gott im eigenen Leben sichtbar werden darf.

Der zweite Schritt heisst: Gott aktiv kennenlernen wollen. Dazu gehört, sich auf die Suche zu machen, zu beten und um Erkenntnis zu bitten. Dabei muss niemand allein unterwegs sein. Gerade die Familie, Freundinnen und Freunde oder vertraute Menschen können mittragen. Aus «Team-Players» wurden im Gottesdienst «Team-Prayers» – Menschen, die mitbeten, auch wenn es im Leben schwierig wird. Das kann zum Beispiel die Grossmutter sein. Stellvertretend wurde die Grossmutter des Konfirmanden Luz genannt, die aus Argentinien per Videocall mit der Gemeinde verbunden war.

Der dritte Schritt ist das Erkennen. Manchmal spürt ein Mensch plötzlich, dass Gott am Wirken ist: Gedanken verändern sich, Sichtweisen öffnen sich, Entscheidungen werden anders wahrgenommen. Solche Momente können Augen öffnen und deutlich machen, dass der Glaube nicht nur ein Gedanke ist, sondern das Leben berührt.

Aus diesem Erkennen wächst schliesslich das Bekennen. Gott zu bekennen bedeutet nicht nur, etwas zu sagen. Es bedeutet auch, entsprechend zu handeln. Ein Beispiel dafür waren Herzen, die der Vorsteher im Quartier an einer Bushaltestelle am Boden gefunden hatte. Es waren Überreste eines Flohmarktes. Sie wurden zum Bild dafür, dass das eigene Herz nicht nur für das «Ich» da ist, sondern auch dem vielleicht fremden oder ungewohnten «Du» Raum geben kann. Menschen, die ausgegrenzt werden, sollen Platz finden dürfen. Die Botschaft lautete: Auch du darfst Platz nehmen.

So wurde deutlich: Konfirmation betrifft nicht nur die Jugendlichen, die an diesem Tag sichtbar vor der Gemeinde stehen. Konfirmation geht die ganze Gemeinde an. Denn «konfirmieren» bedeutet bestätigen. Immer wieder sind alle eingeladen zu bestätigen, dass Gott ihnen etwas bedeutet – mit Worten, mit dem Herzen und mit dem eigenen Handeln.

Die Konfirmandinnen Luz und Kim sowie die Konfirmanden Janis, Laurenz und Bruno haben mit ihrem Festtag einen wichtigen Schritt gemacht. Gleichzeitig wurde die Gemeinde daran erinnert, dass Glauben ein gemeinsamer Weg bleibt: Gott kennenlernen, sein Wirken erkennen und ihn im Leben bekennen.